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Leistungsschutzrecht für Presseverlage Wider die Innovation

Digitalisierung & Medien Zuletzt aktualisiert: 29. August 2012 Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten
Schlagworte: CDU, Google, Koalition, Leistungsschutzrecht, Meinungsfreiheit, Newsaggregator, Presse, Presseverlag, Rivva, Suchmaschine

Da ist es also, das Leistungsschutzrecht. Beschlossene Sache, Suchmaschinen sollen Verlagen Lizenzgebühren zahlen. Ein beispielloser Kampf gegen die Vernetzung steht bevor.

Hieß es im ersten Entwurf noch, dass gefälligst auch alle Blogger zahlen sollen, ist dies nun vom Tisch – Innovation im Onlinebereich wird dennoch zerstört. Details gibt es im Elektrischen Reporter (CC BY NC SA).

Kampf der Vernetzung

Wie man derart gegen seine eigenen Nutzer vorgehen kann, ist mir schleierhaft. Newsaggregatoren wie Rivva sind eine der wichtigsten Standbeine im Internet – zentrale Wegweiser zu beachtenswerten Inhalten. Aber anstatt es seinen Lesern so einfach wie möglich zu machen, die eigenen Inhalte zu finden, will man lieber langwierige Lizenzverhandlungen führen.

Was erhofft ihr euch davon, liebe Presseverlage? Geld zu verschenken hat auch ein Google nicht, mal ganz abgesehen davon, dass euch die Indizierung handfeste Vorteile bringt. Die Folge werden langwierige Lizenzverhandlungen sein, während derer eure Inhalte nicht zu finden sein werden – sofern sich Google überhaupt darauf einlässt. Die Verlierer: Dienste, die kein Geld für derartige Verhandlungen haben, wie Rivva, Commentarist oder Quote.fm. Die Gewinner: Verlage, die bei diesem Spielchen nicht mitmachen, dürfen sich schon einmal auf ein großes Stück vom Onlinekuchen freuen.

Oder geht es um Kontrolle? Darum, dass Menschen Textausschnitte auf sozialen Netzwerken wie Twitter zitieren und euch nichts weiter dafür geben als einen Link? Genau dieser Link ist ein Ausdruck echter Wertschätzung, das Äquivalent eines Lobes, eine Empfehlung (selbst dann, wenn der Inhalt kritisiert wird – er ist beachtenswert) – etwas ungeheuer Wertvolles. Und eure Leserinnen werden sich nicht kontrollieren lassen, werden nicht direkt zu euch surfen, wenn sie euch nicht im Index finden. Diejenigen, die eure Angebote schätzen, werden weiterhin eure Beiträge lesen und von eurem Gesetz nichts mitbekommen (ihr berichtet ja auch ungerne darüber). Die anderen werden euch ignorieren.

Und tschüss, Index.

Noch ein kleiner Codeschnipsel für Menschen, die Suchmaschinen gerne draußen lassen möchten:


User-agent: * 
Disallow: /

Neue Textdatei erstellen, Code von oben hineinkopieren, unter dem Namen „robots.txt“ abspeichern, auf den Server legen. Fertig. Aber wenn alles gut läuft, dann machen die Suchmaschinen und Newsaggregatoren das schon von alleine für euch.