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Zwischen Original und Innovation: „OK X“ (Radiohead-Tribute)

Musik & Audio Zuletzt aktualisiert: 13. März 2008 Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten
Schlagworte: Mp3, Plattencover, Radiohead, Soundtrack, visuelle Analyse

„OK X“ würdigt das epochale Album „OK Computer“ von Radiohead zehn Jahre nach seinem Erscheinen.

„Ein guter Song bleibt ein guter Song.“ Als ich neulich über ein kostenfreies Tribut-Album anlässlich des zehnjährigen Jubiläums von „OK Computer“ stolperte, geisterte dieser Spruch die ganze Zeit durch meinen Kopf. „OK Computer“, jenes epochale Album von Radiohead aus dem Jahre 1997. Es war eines jener Alben, die sich in die Gehörgänge einbrennen, bei denen man das Gefühl bekommt, sie verändern das Leben. Bei jedem Hören fielen mir neue Klangstrukturen auf, die sich unter den Gitarrenlinien versteckten. Es war ein Album, das so anders war als alles, was ich bin dahin gehört hatte, denn die meisten meiner Freunde hörten damals noch immer Nirvana. Und so war ich auch etwas skeptisch, als ich von dem Tribut-Album erfuhr. Sollte man wirklich die Songs meiner Lieblingsband covern können, ohne sie zu entstellen?

Nun bin ich natürlich auch ein recht visueller Mensch. Also fiel mir zuallererst einmal das schicke Artwork der Compilation auf. Ich habe mich entschlossen, das Artwork nicht zu integrieren, weil ich mir über die rechtliche Grundlage nicht sicher bin. Ihr könnt es aber leicht auf der Original-Homepage betrachten. Auf babyblauem Grund lächelt uns ein unnatürlich verzerrter Thom Yorke entgegen. Seine Hand ist schön in den Schriftzug integriert. Typografisch meiner Meinung nach etwas überladen – ich verstehe nicht den Sinn dieses Erpresserbrief-Stil, der eher an die Sex Pistols denken lässt als an alles, wofür Radiohead stehen? Grafisch habe ich allerdings nichts zu meckern: ein schön kindlich gekritzelter Kopfhörer, der in lustigen Kringeln in den Schriftzug „Stereogum“ übergeht, anstatt sinnlos in der Luft zu baumeln. Und im Hintergrund gemahnen blaue Ornamente an das Original-Artwork – eine intelligente Art, etwas Neues zu kreieren, ohne das Original aus den Augen zu verlieren.

Ebenso geht es mit der Musik. Ich liebe Dovermans Version von "Airbag": der Song war schon im Original fantastisch, doch die süßlichen Echos (von welchem Instrument?) unter den Songstrukturen geben dem ganzen noch einmal einen besonderen Reiz. Seine Interpretation des Refrains geht mir regelrecht unter die Haut (seine krächzende Stimme, wie sie "buuuuuhuuuuuuurst" singt...). Sie erinnert mich an Yorkes Gesang, aber sie ist rauer und gibt dem Song damit eine neue Wendung. Eine intelligente Art, etwas Neues zu kreieren, ohne das Original aus den Augen zu verlieren…

Ich könnte noch viele ähnliche Beispiele anführen... Der Chor von Slaraffenland bei "Paranoid Android"... Die Art und Weise, wie man einem todtraurigen Song wie "Subterrenean Homesick Alien" einen Drum'n'Bass mit Gesang machen kann (Mobius Band)... Aber hört doch einfach selbst.